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Apartheid-Sammelklagen gegen Großbanken
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Der US-Anwalt Edward Fagan hat vor einem US-Gericht eine Sammelklage gegen die beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse sowie gegen die US-Bank Citicorp eingereicht. Er fordert in seiner Klageschrift eine Entschädigung für die Opfer der südafrikanischen Apartheid-Politik in Höhe von 80 Milliarden US-Dollar. Dies berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Die englischsprachige Ausgabe der Financial Times nennt dagegen eine geforderte Summe von 50 Milliarden US-Dollar.
Fagan beschuldigt die Banken, das weiße Minderheitenregime zwischen 1985 und 1993 finanziert zu haben. Die Kredite der Banken hätten es der Regierung erlaubt, Waffen zu kaufen und damit die schwarze Bevölkerungsmehrheit zu unterdrücken. Der Rechtsanwalt kündigte an, demnächst weitere Banken und Unternehmen in der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Südafrika zu verklagen. Während einer Pressekonferenz im Johannesburger Township Soweto wurde eine gebührenfreie Telefonnummer vorgestellt. Dort sollen sich landesweit Apartheidsopfer melden, die gefoltert, gefangen, misshandelt oder mit Gewalt umgesiedelt worden sind. Auch Angehörige der Opfer wurden aufgefordert, Meldungen der Hotline zu übermitteln. Die unlängst in Südafrika zur Aufarbeitung der Apartheids-Vergangenheit eingerichteten Wahrheitskommissionen kamen in ihrem Abschlussbericht 1999 zu dem Ergebnis, dass „Unternehmen für die Wirtschaft Südafrikas während der Apartheids-Ara lebenswichtig waren“. Die südafrikanische Regierung reagierte unterdessen verhalten auf denn Klagevorstoß des amerikanischen Anwalts. Die NZZ zitiert einen Sprecher von Südafrikas Präsident Mbeki mit den Worten, einzelne Personen hätten laut Verfassung das Recht zur Klage, die Regierung werde jedoch keine Haltung zu der vorgelegten Klage einnehmen. |
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