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| Aids in Deutschland auf dem Vormarsch |
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Ende der achtziger Jahre dominierte eine Viruserkrankung die Medien, die Medizin und auch das Liebesleben der Menschen in Deutschland. Die Angst vor Aids ging um in Westeuropa, selten war ein Krankheitserreger so präsent wie das HIV-Virus.
Fortan sollte nicht mehr die Pille das Allzweck- Verhütungsmittel sein. Denn ohne ein "Verhüterli", ein Kondom, setzte jeder, der ein Liebesleben außerhalb einer festen Partnerschaft pflegte, sein Leben aufs Spiel.
Im Lehrplan der Schulen hielt "Safer Sex" Einzug. Für die heranwachsenden Generationen sollte Liebe mit zweiter Haut selbstverständlich sein. So gedachte man die HIV- Seuche aufzuhalten. Der Plan schien aufzugehen. Aids verschwand mit weniger Infizierten zunehmend aus den Medien, aus den Gesprächen und somit aus dem Sinn.
Insgesamt leben in Deutschland heute schätzungsweise 40.000 bis 45.000 HIV-Infizierte. Jedes Jahr stecken sich etwa 2.000 Menschen neu mit dem Immunschwäche-Virus an. Und noch immer sterben 600 – 700 an den Folgen. Während seit 1999 Stagnation herrschte, beobachtet das Robert-Koch-Institut seit einem Jahr einen leichten Anstieg der gemeldeten Neuinfektionen. Zu den Gründen für das offenbar riskantere Sexualverhalten der Deutschen zählen möglicherweise Meldungen über Fortschritte bei der Behandlung der Immunschwäche. Während Aids früher als absolut tödliche Bedrohung wahrgenommen wurde, könnten Erfolgsmeldungen aus der Therapie manche zu riskanterem Verhalten verleiten, so Osamah Hamouda vom Robert-Koch-Institut. Obwohl Deutschland nach Angaben der Deutschen Aids- Stiftung die geringsten Infektionszahlen mit dem Aids-Virus in Europa verzeichnet, gibt es für ungeschützte Sexualkontakte keineswegs Entwarnung: Die Immunschwäche ist nach wie vor unheilbar, und inzwischen sind viele Aidsviren sogar gegen die verfügbaren Medikamente widerstandsfähig geworden. |
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