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''Hungertaschen'' bedrohen Angolas Einwohner PDF Drucken E-Mail
In Angola gibt es in einigen Regionen sogenannte "Hungertaschen", in denen viele Menschen schwer unterernährt sind und die Sterberate weit über dem Wert liegt, der eine akute Notsituation bezeichnet. Dies ergibt eine neue Ernährungsstudie, die von der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Mitte Juni vorgelegt wurde. Die Helfer vor Ort beschreiben darin eine kritische Lage in dem Land im südlichen Afrika. extern gehostet Vom 10. bis 14. Juni 2002 wurden in der südlichen Provinz Huambo 15.000 Menschen für die Ernährungsstudie untersucht. Jedes sechste Kind ist der Studie zufolge unterernährt, und Unterernährung ist die Haupttodesursache. Die Sterberate liegt zweimal so hoch (2,3 Tote pro 10.000 Menschen pro Tag) wie der Schwellenwert, der eine akute Krise anzeigt. Drei Viertel der Toten sind der Studie zufolge Kinder unter fünf Jahren.
"Obwohl 18 Prozent der Bevölkerung unterernährt sind und sogar fünf Prozent der Kinder unter fünf Jahren als schwer unterernährt gelten, werden noch immer nicht genügend Nahrungsmittel an die Bevölkerung ausgegeben", sagte der Epidemiologe Vincent Brown, der die Studie koordiniert hat. Erst Mitte Juni hatte Ärzte ohne Grenzen das UN-Welternährungsprogramm und die angolanische Regierung kritisiert, dass die dringend benötigten Nahrungsmittel-Verteilprogramme zu schleppend anliefen.
Seit dem Waffenstillstand Anfang April 2002 haben die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen Zugang zu vielen Gebieten erhalten, die drei Jahre lang völlig von humanitärer Hilfe abgeschnitten waren. Immer wieder stoßen sie auf sogenannte "Hungertaschen", in denen die Menschen kurz vor dem Hungertod stehen.
In 44 Ernährungszentren behandeln die Teams von Ärzte ohne Grenzen rund 14.000 Menschen in elf der 18 Provinzen des Landes. Das Projekt in Angola ist nach eigenen Angaben derzeit das größte der Organisation weltweit.
 
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